Sensibelchen

Ich bin letzte Woche ein Sensibelchen gewesen.
Täglich bin ich am Bahnhof. Täglich wird man angeschnorrt. Oft sieht man direkt, wofür die Leute das Geld wollen.

Ich bin eigentlich der Meinung, dass in Deutschland niemand auf der Straße leben muss…und ich glaube auch nicht, dass jemand wirklich betteln gehen muss…

Letzte Woche sprach mich ein Mann an der Haltestelle an (nicht nur mich), der sagte: „Ich möchte kein Geld. Ich wollte einfach nur fragen, ob Sie vielleicht etwas zu essen für mich haben…“
Nein. Hatte ich nicht. Hatte ich wirklich nicht. Und es brach mir das Herz.
Ich behielt die Szene im Auge. Hätte niemand etwas zu essen gehabt, hätte ich auf meinen Bus verzichtet und hätte ihm was zu essen gekauft. Ein junges Mädel hatte dann aber noch einen Streuseltaler, den sie ihm anbot.
Er aß ihn sie genussvoll…dass es mir die Tränen in die Augen trieb..
So viel Glück wegen eines Streuseltalers. Mit beiden Händen hielt er ihn fest.
Ich weiß nicht, wie viele Minuten vergingen, bis er ihn aufgegessen hatte…aber…mir wurde bewusst, wie gut es mir geht.
Wie oft schmeiße ich hier etwas zu essen weg?
Wie oft esse ich nicht auf in der Kantine?
Wie oft hole ich mir was am Bahnhof und schlinge es in 3 Bissen runter?

Und so saß ich fast heulend im Bus, weil mir dieser Mann so unsagbar leid tat….

Besinnlicher Advent?

Ich mag die Vorweihnachtszeit. Ich mag Schnee. Ich mag das Besinnliche. Aus diesem Grund meide ich Weihnachtsmärkte, die sind für mich nicht mehr besinnlich, die sind für mich einfach nur voll ;-D

Bis zum heiligen Abend sind es noch 2 Wochen. Von Besinnlichkeit bin ich trilliarden Lichtjahre entfernt. Ich gehe morgens um 7h (spätestens) aus dem Haus und komme (meistens) um 18.30h nach Hause. Dann wird gekocht, gegessen und dann ist so gut wie schon wieder Bettzeit, nachdem der Hund nochmal ausgeführt wurde, weil so gg 5.30h der Wecker des Mannes schellt (der geht momentan um 6h aus dem Haus und kommt meist nach mir heim).
Natürlich könnte man dann besinnlich noch 1-2 Stunden auf der Couch liegen – aber so’n Haushalt macht sich ja auch irgendwie nicht allein und irgendwas war die Woche auch immer…
Vor allem das mit dem frühen Feierabend (bzw früh…PÜNKTLICH) war nie was. NIE!
Da denkt man, jetzt wird’s weniger…ne. Wird’s nicht.

Ich muss noch bis einschließlich dem 21. Dezember arbeiten. Dann bleibt mir ja immer noch Zeit, ein wenig besinnlich zu sein…
Ich würde so gerne zu Hause sitzen, Spiele spielen, Zeit mit dem / den Liebsten verbringen…
Naja, man kann halt nicht alles haben.
Irgendwann bin ich in Rente und dann kann ich in meinem Ohrensessel sitzen und die Vorweihnachtszeit genießen.

Trotzdem: ich freue mich auf die Weihnachtszeit, auch – wenn ich genau weiß, dass Heilig Abend für mich ganz schwierig wird. Das erste Mal ohne meinen geliebten Onkel. Seit mindestens 15 Jahren sind wir morgens los in die Stadt gefahren…Frühstücken, Geschenke kaufen und danach in die Kneipe….Abends saßen wir dann alle bei meinen Eltern. Oma, Onkel, meine Family halt.
Oma fehlt ja jetzt zum zweiten Mal. Und mein Onkel ist im Januar ausgewandert und wird zum ersten Mal nicht bei uns sein.
Natürlich könnte ich mit dem Mann an meiner Seite am heiligen Morgen losziehen. Aber das will ich nicht. Das war Onkelchens und meine Tradition. Und die ist leider vorbei.

Hach, aber ich freue mich auf Freitag Abend, wenn ich heinkomme (in 14 Tagen) und das Büro ein paar Tage nicht sehen muss. Dann werde ich ganz besinnlich sein.

Noch mehr Mädchenkram.

Ende September hatte ich meinen letzten Urlaubstag vor dem langen Urlaub. Ich war noch mit der Kollegin/Freundin Kaffee trinken, alles war tutti, sie wünschte einen tollen Urlaub mit ganz viel Freude, eine tolle Hochzeit und überhaupt.

Das nächste Mal sahen wir uns am 5. November. Ich kam morgens in’s Büro, marschierte hoch in’s Sekretariat, sie war auch bei den Kolleginnen anwesend, dreht sich um, zieht die Augenbraue hoch und auf mein „Hallo“ in die Runde reagiert sie nicht, sondern ignoriert mich…
HÄH?

Keine Ahnung. Seitdem haben wir keinen Kontakt und ich habe auch ehrlich keine Lust, sie wieder(!) zu fragen, was los ist. Hatten wir im Juni/Juli erst.
Da war sie angeblich nicht sauer/eingeschnappt, hatte nur viel zu tun..*augenroll*

Ich bin mir keine Schuld bewusst.
Ja, ich war während meines Urlaubs einmal im Büro,n Kaffee trinken, weil ich ner Kollegin was geben musste. Und nein, ich habe mich an dem Tag nicht bei ihr gemeldet. Aber das kanns ja wohl nicht sein.
Und ja-ich habe kegeln diesmal nicht über sie abgesagt, weil ich jedes Mal einen drüber bekommen habe, wenn ich es über sie und nicht die anderen gemacht habe. Also habe ich es diesmal über die anderen gemacht und sie. War aber wohl auch nicht richtig *schulterzuck*

Da aber auch zu meiner Hochzeit schon nix kam, nehme ich an, sie war da schon beleidigt. Und nein-ich weiß nicht, was ich getan habe.
Und…mittlerweile ist es mir egal.
Soll sie machen.
Da merkt man die fast 10 Jahre Altersunterschied dann doch.
Wenn sie glaubt, sie ignoriert mich und ich renne ihr nach, um zu erfahren, welcher Furz ihr quersitzt..Ne.
Diesmal nicht.

Nachdem sie mich neulich wegen eines Geschenks auch noch schön „angelogen“ hat, hab ich den Papp sowieso auf.

Glücklicherweise müssen wir nicht zusammen arbeiten. Treffen wir uns auf dem Gang, sagen wir uns Hallo und gut ist.
Ein bisschen erwachsen sind wir ja doch.

Noch 2mal Kegeln über mich ergehen lassen, dann haben wir auch privat keine Berührungspunkte mehr.
Ich bin mit dem Kapitel der Freundschaft auf jeden Fall fertig.
Wie sagte eine Freundin nach meinem JGA so schön? „Jeder blamiert sich, so gut er kann“. Wie wahr.

Mädchenkram: Gedankenkino

Im Frühling dieses Jahres bekam ich von einer langjährigen Freundin (wir hatten mal 5 Jahre keinen Kontakt und die Schuld muss ich mir geben) eine email, dass sie mein Verhalten in letzter Zeit etwas daneben fand.
In einigen Dingen konnte ich ihr Recht geben, in einigen nicht – letztendlich habe ich mich aber entschuldigt. Ihre Email hat mich verletzt, weil ich – aus ihrer Sicht nachvollziehen konnte, wie sie sich fühlt. Dass ich letztendlich eine andere Sicht der Dinge habe, ist ne andere Geschichte.
Ich war mir nicht sicher, ob wir das jemals wieder in den Griff bekommen, aber es zog Zeit in’s Land und alles war gut.
Vor meiner Hochzeit bekam ich von ihr ab Tag 12 täglich eine email mit einem Countdown.
Süß.

Einen Tag nach den Flitterwochen sahen wir uns auf einer Versammlung, quatschten danach noch ewig lange. Und danach lies der Kontakt ein wenig nach. Nicht bewusst. Ich stellte nur irgendwann fest: Kacke, 10 Tage ohne Regung, email… Und mich beschlich sofort ein doofes Gefühl. Und mich nervt das – weil ich mich nicht zwingen lassen möchte, mich, in welchen Abständen auch immer, zu melden. So war das auch früher nie zwischen uns. Naja gut-als sie noch Vollzeit arbeitete, hatten wir ohnehin täglich Kontakt.
Und wenn’n nur ne Mail war a la: Sorry, Land unter. Melde mich nach Monatsabschluss.
Passt ja im Büro auch nicht immer.

Mittwochs schickte ich also eine Lebenszeichen email (4 Tage vorher hatten wir kurz per SMS Kontakt). Und von da an wartete ich nervös auf ein Zeichen. Ich hatte Sorge, dass sie sauer ist. Und ich habe mich aufgeregt, dass ich mich über sowas sorgen muss.
By the way – in der Zwischenzeit habe ich erfahren, warum sie im Frühjahr so ätzend war… (lag also nicht nur an mir, ihr Verhalten. Ihr fehlte die Arbeit. Seitdem sie Teilzeit arbeitet, ist sie wieder ausgeglichen).
Von Donnerstag auf Freitag der darauffolgenden Woche träumte ich von ihr. Ich träumte, dass wir uns trafen und sie mich ignorierte (so eine Situation gab’s mal – mein Ex lag im Krankenhaus, sie besuchten ihn zu zweit und sie hat mich tatsächlich komplett ausgeblendet *g). Ich machte mir Sorgen, wie es wohl im Elferrat wird – klar, eine große Gruppe, aber sie in meiner Nähe zu wissen, ohne zu ihr zu gehören war kein schöner Gedanke. Und so kam zu meiner Wut (weil ich es hasse, wenn man sich solche Gedanken machen muss und die Freundschaft anstrengend wird – gebranntes Kind – war nicht immer so zwischen uns) auch noch die Gewissheit, dass ich nicht auf sie verzichten kann und will.
Ich nahm also am Freitag meinen Mut zusammen und schrieb ihr, dass ich ratlos bin, dass ich davon ausgehen muss, dass sie sauer oder ähnliches ist, weil ich so lange nix gehört habe. Und wie anstrengend das ist, wenn man ständig in Sorge lebt, der Gegenüber ist sauer. Und hinterher hab ich noch so gedacht, dass sie, wenn sie vorher nicht sauer war, vielleicht jetzt sauer ist – wegen dem Teil, dass ich es anstrengend finde.
Ich wusste, sie ist Freitags ab Nachmittags arbeiten und hoffte, dass sie die Mail liest und mir ein Feedback gibt-und wäre es nur ein: Du bist ein Arschloch…;-D

Gegen Abend bekam ich eine SMS. Von ihr. Sie sei nicht sauer, nie sauer gewesen. Es täte ihr total leid, dass sie sich so lange nicht gemeldet hat, es wäre viel passiert und wenn’s am WE passen würde, könnten wir uns kurz treffen, um zu sprechen.
Puh! Ich war selten so froh in meinem Leben.

Ich muss aufhören, ständig an die Vergangenheit zu denken. Ich hasse das. Ja, es hakte im Frühjahr und ja…daran war ich nicht ganz unschuldig. Aber das ist doch abgehakt. Feierabend.

Ob wir uns heute sehen, weiß ich noch nicht. Zum einen ist sie arbeiten und zum anderen will ich sie nicht anstecken. Keine Ahnung, ob ich ansteckend bin, aber ich will es auch nicht riskieren.

Ich hoffe nur, dass ich den Stachel, der aus dem Frühjahr wohl noch in mir steckt, los werde. Es nervt mich und es macht diese Freundschaft anstrengend. Dass möchte ich nicht.

Motiviert von Dienstag bis Sonntag.

*augenroll*
Es ist echt schrecklich mit mir. Und dem Sport. Und ich weiß gar nicht, wann das angefangen hat.
Früher gehörte Sport einfach so dazu. Da war ich sogar Sonntags morgens im Fitness-Studio, wenn ich Samstags feiern war.
Und jetzt? Finde ich nicht mehr so richtig rein.
Manchmal gehe ich laufen. Das klappt dann 3 Monate am Stück ganz gut, bis irgendwas kommt, was mich rausreißt. Und das war’s dann wieder.

Sobald ich das Fitness-Studio kündige, bereue ich es. Darum zahle ich weiter.
Schreibt eine der Trainerinnen, dass sie einen Aerobic-Marathon veranstaltet, melde ich mich an. Der geht dann von morgens bis nachmittags. Viele schreckt es ab, mich nicht.

Ständig denke ich: Montag gehst du zum Step-Aerobic. Bis Sonntag Abend denke ich das. Von Dienstag an. Und ich freue mich darauf. Und dann kommt der Montag morgen und die ersten Zweifel breiten sich aus.
Wo ich gestern Abend nicht war, könnt ihr sicherlich leicht erraten 😉

Mich nervt das eigentlich sehr und trotzdem bekomme ich mich nicht hingetreten. Versteh ich nicht.

2013? 2013!

Nun gut, dieses Jahr hat schon noch ein paar wenige Wochen, aber machen wir uns nix vor…
Ehe wir uns umsehen können, klopft das Jahr 2013 auch schon an die Pforten.
In dem einen Moment freu ich mich noch auf die Vorweihnachts- und Weihnachtszeit und im nächsten bemerke ich, wie ich mich immer mehr auf das Jahr 2013 freue.
Ich mag die Motivation, die ein Jahresanfang mit sich bringt (für mich).
Einen neuen Kalender beschreiben, die ersten Tage des Jahres, wo man sich noch fragt: „Was wird alles passieren?“

Manchmal frage ich mich, wo das Jahr geblieben ist. Ich soll jetzt schon fast 1 Jahr hier in der Wohnung wohnen?? Ein Jahr im Dorf, aus dem ich kam? Wie krass.

Und da ich mich ja ohnehin schon wieder sehr mit dem Jahr 2013 beschäftige, lass ich euch hier mal kurz an meinen Gedanken über zukünftige Projekte teilhaben:

1. Ich habe heute ein Erinnerungsbuch gekauft mit dem festen Vorsatz, dies auch zu befüllen. Abgeguckt beim Gänseblümchen. Eine Idee der Ja-Sagerin
2. Heute früh stolperte ich über einen Artikel bei Alex_Blue, der mich sehr interessierte. 5-Year-Journal. Das möchte ich gerne probieren.
3. Als ich dieses Blog hier begann, stolperte ich über diverse 101-Dinge-in-1001-Tage-Listen. WOW! Ist mir aber ein zu langer Zeitraum und so schnorrte ich meine Idee beim Gänseblümchen. 13 things to do in 2013. Das krieg ich hin. An dieser Liste arbeite ich zur Zeit. Einige Ideen habe ich. Fix wird diese Liste dann aber erst am 31. Dezember.

Für das 5-Year-Journal werde ich wohl einen Karteikasten mit Karteikarten nehmen. Einen Kasten hätte ich. Nur *unschuldigpfeif* find ich den ziemlich hässlich. Da werd ich mich nochmal umschauen.

Sind natürlich alles 3 ähnliche Projekte. Aber: who cares?
Ich bin auf jeden Fall mal gespannt, wie lange ich so motiviert bin.

Nachdem ich beim 5-years-Journal gelesen hatte, dass man nicht zwingend am 01.01. anfangen muss, habe ich tatsächlich heute schon angefangen, proforma. Hab ja noch keinen Karteikasten 😉

Unkreativ

Ich bin so ein fürchterlich unkreativer Mensch.
Im Grunde möchte ich das gerne ändern, aber machen wir uns nichts vor (nicht mehr *g) – ich bin’s und werde es auch bleiben.

Oft kann ich mich nicht mehr aufraffen, kreativ tätig zu werden. Gut, nun bin ich ja auch nicht immer um 17h zu Hause, ganz egal, zu welcher Zeit ich morgens losmache…am Wochenende wär oft die Zeit, aber dann bin ich auch ganz oft zu faul.
Und so bleibt mir nur, neidisch auf die zu schielen, die mit ihren Händen so tolle Sachen erschaffen.

Immerhin koche ich täglich.
Ein Anfang 😉

Selbst mein liebstes Hobby geocaching kommt momentan viel zu kurz. Ich kann mich nicht aufraffen. Am Samstag morgen habe ich kurz einen Tradi gemacht, weil ich 30 Minuten Zeit hatte am Treffpunkt und überpünktlich war.
Ansonsten sind die Logs, die ich momentan selber verzapfe, die von den Events, wo wir hingehen.
Ich liebe es an der frischen Luft zu sein, aber momentan ist mir sogar das zu viel.
Und ja, ich weiß – ich hatte gerade erst Urlaub und sollte frisch erholt sein.
Fühlt sich aber nicht so an.