Mädchenkram: Gedankenkino

Im Frühling dieses Jahres bekam ich von einer langjährigen Freundin (wir hatten mal 5 Jahre keinen Kontakt und die Schuld muss ich mir geben) eine email, dass sie mein Verhalten in letzter Zeit etwas daneben fand.
In einigen Dingen konnte ich ihr Recht geben, in einigen nicht – letztendlich habe ich mich aber entschuldigt. Ihre Email hat mich verletzt, weil ich – aus ihrer Sicht nachvollziehen konnte, wie sie sich fühlt. Dass ich letztendlich eine andere Sicht der Dinge habe, ist ne andere Geschichte.
Ich war mir nicht sicher, ob wir das jemals wieder in den Griff bekommen, aber es zog Zeit in’s Land und alles war gut.
Vor meiner Hochzeit bekam ich von ihr ab Tag 12 täglich eine email mit einem Countdown.
Süß.

Einen Tag nach den Flitterwochen sahen wir uns auf einer Versammlung, quatschten danach noch ewig lange. Und danach lies der Kontakt ein wenig nach. Nicht bewusst. Ich stellte nur irgendwann fest: Kacke, 10 Tage ohne Regung, email… Und mich beschlich sofort ein doofes Gefühl. Und mich nervt das – weil ich mich nicht zwingen lassen möchte, mich, in welchen Abständen auch immer, zu melden. So war das auch früher nie zwischen uns. Naja gut-als sie noch Vollzeit arbeitete, hatten wir ohnehin täglich Kontakt.
Und wenn’n nur ne Mail war a la: Sorry, Land unter. Melde mich nach Monatsabschluss.
Passt ja im Büro auch nicht immer.

Mittwochs schickte ich also eine Lebenszeichen email (4 Tage vorher hatten wir kurz per SMS Kontakt). Und von da an wartete ich nervös auf ein Zeichen. Ich hatte Sorge, dass sie sauer ist. Und ich habe mich aufgeregt, dass ich mich über sowas sorgen muss.
By the way – in der Zwischenzeit habe ich erfahren, warum sie im Frühjahr so ätzend war… (lag also nicht nur an mir, ihr Verhalten. Ihr fehlte die Arbeit. Seitdem sie Teilzeit arbeitet, ist sie wieder ausgeglichen).
Von Donnerstag auf Freitag der darauffolgenden Woche träumte ich von ihr. Ich träumte, dass wir uns trafen und sie mich ignorierte (so eine Situation gab’s mal – mein Ex lag im Krankenhaus, sie besuchten ihn zu zweit und sie hat mich tatsächlich komplett ausgeblendet *g). Ich machte mir Sorgen, wie es wohl im Elferrat wird – klar, eine große Gruppe, aber sie in meiner Nähe zu wissen, ohne zu ihr zu gehören war kein schöner Gedanke. Und so kam zu meiner Wut (weil ich es hasse, wenn man sich solche Gedanken machen muss und die Freundschaft anstrengend wird – gebranntes Kind – war nicht immer so zwischen uns) auch noch die Gewissheit, dass ich nicht auf sie verzichten kann und will.
Ich nahm also am Freitag meinen Mut zusammen und schrieb ihr, dass ich ratlos bin, dass ich davon ausgehen muss, dass sie sauer oder ähnliches ist, weil ich so lange nix gehört habe. Und wie anstrengend das ist, wenn man ständig in Sorge lebt, der Gegenüber ist sauer. Und hinterher hab ich noch so gedacht, dass sie, wenn sie vorher nicht sauer war, vielleicht jetzt sauer ist – wegen dem Teil, dass ich es anstrengend finde.
Ich wusste, sie ist Freitags ab Nachmittags arbeiten und hoffte, dass sie die Mail liest und mir ein Feedback gibt-und wäre es nur ein: Du bist ein Arschloch…;-D

Gegen Abend bekam ich eine SMS. Von ihr. Sie sei nicht sauer, nie sauer gewesen. Es täte ihr total leid, dass sie sich so lange nicht gemeldet hat, es wäre viel passiert und wenn’s am WE passen würde, könnten wir uns kurz treffen, um zu sprechen.
Puh! Ich war selten so froh in meinem Leben.

Ich muss aufhören, ständig an die Vergangenheit zu denken. Ich hasse das. Ja, es hakte im Frühjahr und ja…daran war ich nicht ganz unschuldig. Aber das ist doch abgehakt. Feierabend.

Ob wir uns heute sehen, weiß ich noch nicht. Zum einen ist sie arbeiten und zum anderen will ich sie nicht anstecken. Keine Ahnung, ob ich ansteckend bin, aber ich will es auch nicht riskieren.

Ich hoffe nur, dass ich den Stachel, der aus dem Frühjahr wohl noch in mir steckt, los werde. Es nervt mich und es macht diese Freundschaft anstrengend. Dass möchte ich nicht.

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2 Kommentare zu “Mädchenkram: Gedankenkino

  1. Du machst dir viele Gedanken. Kenne das durchaus, weiß aber aus Erfahrung, dass das nicht gut ist.
    Nimm die Dinge wie sie kommen. Hinterfrage nicht alles. Und genieße das Leben.

    Ja, dass ist schwer, aber es lohnt sich.

    • Du hast definitiv Recht!
      Ich war früher ein vielfaches „schlimmer“ und es zog sich vor allem auch durch alle Bereiche.
      Das letzte Jahr war für unsere Freundschaft sehr schwer und ich habe ein bisschen den Glauben daran verloren – darum meine Überreaktion.
      Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es mal wieder so wird, wie es war…

      Ich bin froh, dass das Leben nicht mehr so anstrengend ist, wie es mal war. Ich bin viel gelassener geworden und mein Gedankenkino hält mich nur ganz selten noch ab vom Schlaf ;-D

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