Schrulle 2/oo

Dafür muss ich ein bisschen weiter ausholen 😉
Schon als Kind mochte ich Kochen. War auch mal in nem Jugendheim in nem Kochkurs.
Damals war ich noch in der Grundschule.
Das war witzig.
Das Essen war mir zu öko – als Kind, aber am Herd stehen – super!

Viele Jahre später, im Teenie-Alter tat ich mich Samstags mit einer Freundin zusammen – zum Kochen. Wir blätterten im Dr. Oetker-Schulkochbuch und überlegten, was wir kochen, danach ging’s zum Wochenmarkt einkaufen und dann an den Herd.

In meiner ersten Wohnung wurde natürlich auch viel gekocht. Ab und an mit Tütchen (Käsespätzle. MIT TÜTE. Ich schäme mich), eher selten, aber auch 😀
Ich weiß nicht, wann ich anfing, den Rappel zu kriegen: Alles selber machen. Keine Fertigprodukte.
Mittlerweile ist das wirklich…manchmal anstrengend.
Kroketten – mach ich selber.
Gemüsebrühe-Zeugs (als Instant-Ersatz) – mache ich selber.
Klöße – natürlich selbstgemacht.
Soßenpulver? Gott bewahre.
Tüten und Dosen ignoriere ich. Das führt aber leider auch dazu, dass mir das Kantinenessen gar nicht mehr schmeckt und ich Fertigzeugs kaum noch mag. Klar, ne TK-Pizza oder so geht. Ab und an gehen auch mal Dosen-Ravioli.
Vor Geburtstagen stehe ich oft bis weit nach Mitternacht in der Küche. Gebacken wird natürlich auch ohne Mischung. Und natürlich nicht nur simplen Trockenkuchen. Neee. Gerne mit Buttercreme und co.

Ich ärgere mich, wenn ich von Familienvätern (meinem besten Freund – seine Frau, 2 Kinder (7 und 3) den ganzen Tag zu Hause…) höre: DU musst ja Zeit haben.

Ne. Ich verlasse um 7h das Haus. Wenn ich mit dem Hund gehen muss, um 8h. Dann bin ich im Büro und ich komme frühestens um 18.30h nach Hause. Und dann gehts mit dem Hund raus und dann in die Küche. Um 20.15h können wir meist essen. Und dann habe ich quasi Feierabend, wenn der Sturm in der Küche beseitigt ist.

Solche Sprüche nerven mich. Ja. „Meine Frau hat keine Zeit zum frischkochen, die nimmt Tütchen“. Klar. Mit Kindern kommt man auch grundsätzlich nicht dazu. Schon gar nicht, wenn eins in der Schule und das andere im Kindergarten ist. Da muss man sich mit anderen Muttis treffen, sonst langweilt man sich nachher noch *lach*.
Egal. Ich halte daran fest: Bei uns kommt hauptsächlich frisches Essen auf den Tisch.
Und ich bin stolz drauf. Punkt. (auch, wenn ich mich manchmal ein bisschen dafür hasse. Grillsoßen – müssen selbstgemacht sein. Das ist manchmal ganz schön anstrengend, weil ich halt auch nicht allzuviel Zeit habe. Zum letzten Grillen habe ich auch das Baguette noch eben schnell selber gebacken. Nach Feierabend, vor Feier. Geht alles, wenn man will).

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9 Kommentare zu “Schrulle 2/oo

  1. Wow, so konsequent bin ich nicht. Diese Tütchen kommen mir auch schon lange nicht mehr auf den Tisch aber Gemüsebrühe ist immer noch instant und Klöße hab ich letztens versucht selber zu machen, meine schmeckten aber nur bähhhhh.
    Wenn ich daran denke, dass ich mit Auszug von zuhause Kartoffelpü aus der Tüte (!) gegessen habe, kommt mir der Schauer.
    Naja hin und wieder müssen es auch mal TK Pommes und Tk Pizza sein aber ebend sonst auch gerne frisch und selbst gemacht.

  2. Bei den Klößen habe ich auch nicht immer Glück, meine letzten haben sich aufgelöst *hihi*
    Ja, das Kartoffelpü aus der Tüte gab’s bei mir auch ganz lange! Wie kann man so was nur freiwillig essen?
    TK Pommes machen wir hier auch – die mache ich selten selber – und wie gesagt ab und an gibt’s ja auch TK Pizza.
    Diese Gemüsebrühe mache ich mit dem Thermomix – ist einfach nur kleingeschreddertes Suppengemüse mit ganz viel Salz, fertig. Das hab ich auch mal mit der Küchenmaschine gemacht, war mir aber zu aufwändig. Mit dem Mixi geht das ja ratzefatze.

  3. Oh ja, du beschreibst da mein Ziel an dem ich irgendwann mal seien möchte. Meine Ausreden bisher?

    – Die bessere Hälfte kocht besser als ich und dann lasse ich ihm gerne den Vortritt. Dann aber darf ich auch nicht meckern wenn er anders kocht als ich es tun würde 😉
    – Ich esse lieber gar nichts als alleine essen zu müssen. Und von daher gibt es dann meistens nur Joghurt oder Brot
    – Die letzte Küche hatte einen kaputte Backofen (vorne verbrannt, hinten noch roh) und crappy Herdplatten.
    – Die aktuelle Küche weigere ich mich zu benutzten aufgrund hygienischer bedenken (der bessere Hälfte geht es ürbigens genauso.

    Aber wenn es dann mal irgendwann so weit ist und wir in unserem Traumhaus mit der schönen Küche wohnen. Ja dann werde ich mich mit Elan nach einem 1o St. Tag noch hinter den Herd schwingen um ein 3 Gänge Menü zu zaubern. Da bin ich mir sicher 😉

    Also der allergrößte Respekt, dass du diesen Elan aufbringen kannst!

    Grüße

  4. Also mal ganz ehrlich: es ist absolut möglich mit Kindern – drei an der Zahl im Kiga und Schule – frisch zu kochen. und das ist auch keine Hexerei.
    Pizza, wenn nur selbstgemacht, denn mit einem Quark-Öl-Teig geht es ganz schnell. Und TK-Pizza brauche ich hier nicht zu machen, die schmeckt uns nicht mehr oder ist falsch belegt (da geht es uns also anders). Mal ne Tüte, aber wirklich nur mal und nur ganz ganz selten, denn die sind uns meist zu stark gewürzt oder eben Dosen-Ravioli – ganz ohne ist es dann doch manchmal schwer, aber häufig machbar.
    Nudeln mach ich jetzt nicht immer selber, dass ist tatsächlich zu Zeit intensiv und an Klöße traue ich mich (noch?) nicht. Selbst den Ketchup hab ich schon selbstgemacht, greife aber dennoch auf fertigen zurück, da ich die Mengen Tomaten hier nicht habe und es ansonsten einfach zu teuer wird.
    Wer lange selber und frisch kocht, dem schmeckt das Fertigessen eigentlich nicht mehr. Das ist auf jeden Fall unsere Erfahrung.
    Und Kartoffelpürree aus der Tüte geht einfach gar nicht, so kann ich dann auch noch etwas gemüse druntermischen, was mitunter bei Kindern gar nicht so schlecht ist *lach*.

    Gebacken wird selbstredend ohne Backmischung, es sei denn die Große will mal backen oder es müssen umbedingt die Cäpt’n Sharky Muffins sein, aber nur eher selten und es gibt bei den Backmischungen auch unterschiede im Geschmack, aber vorallem im Süßegrad. Zu süß darf es nämlich nicht sein. Ab und zu kleine Hilfsmittel zu benutzen, tue ich dann aber auch, aber komplette Backmischungen eher selten.

    ABER wie du oben schon beschrieben hast, kommt es auch immer darauf an welche Hilfsmittel man zu Hause hat. Wir haben keinen Thermomix und das Gemüsebrühepulver herstellen kosten dann eben Zeit und eine wahnsinns Energie, da schaue ich lieber auf die Ökobilanz und behelfe mich anders, denn häufig geht es auch ohne Pulver.

    • Daaanke für deinen Kommentar!
      (Wir pimpen TK-Pizza auch immer, gibt’s hier aber auch recht selten. Mit Tüten kann ich einfach nix mehr würzen, das schmeckt mir nicht. )

      Nudeln mache ich auch nicht immer selber, dazu fehlt mir dann abends um 19.30h auch oft die Zeit (weil der Magen in den Knien hängt) oder die Motivation, weil ich dann halt auch schon 14-15 Stunden außer Haus war.
      Aber nie käme ich auf die Idee, Chilli con Carne, Gulasch oder Spaghetti Bolognese mit ner Fix-Tüte zu machen. Da seh ich auch einfach den Sinn nicht drin (außer, dass so ne Fix-Bolognese eben nicht lange köcheln muss, aber in der Zeit kann ich ja auch was anderes machen (die mache ich auch nicht im Thermi, sondern auf’m Herd).

      Stimmt schon – es ist natürlich einfacher, dieses Gemüsebrühezeugs (ist kein Pulver) mit dem Thermomix zu machen, weil der große Mengen fasst (sind 700g Suppengemüse und ganz viel grobes Meersalz, mehr braucht’s dafür nicht), das habe ich früher alle paar Monate mit dem Zauberstab-Zubehör gemacht, war aber zweifelsohne mehr Aufwand, weil’s in mehreren Etappen geschah. Jetzt ist es noch weniger Aufwand. Aber wie du schon sagst: es geht ja auch ohne Brühpulver und Ersatz. Ich nutz es halt immer, wenn ich Kartoffeln oder Nudeln koche. 2 EL Zeugs dazu, fertig. Nudeln/Kartoffeln in Salzwasser gegart schmecken mir nicht mehr (wahrscheinlich so’n Gewohnheitsding)

      Ketchup mach ich auch nur selten selber, weil den nur der Mann ißt, da lohnt es sich nicht, der verkommt dann nur. Mayo mache ich auch nur selten selber oder mal Aioli.

      Ich finde es eben nur so verdammt erschreckend, dass es Leute gibt, die ihre Kinder nur mit Tüten großziehen. Es tut mir so leid für die Kinder, eben, weil frisches Essen so viel besser schmeckt.
      Nur – ich habe keine Kinder und wahrscheinlich denkt sich mein bester Freund dann immer „Laber du mal…DU weißt ja gar nix“ Bei denen wird das Rührei auch mit diesem Teil von Tupper in der Mikrowelle zubereitet „Weil das so schnell geht. Kinder haben ja morgens keine Geduld, so lange am Tisch zu sitzen, bis das Rührei fertig ist“ Da rollen sich mir die Fußnägel hoch. Ehrlich. Da kann man das Rührei doch machen, bevor man die Kids ruft.

      Gerne nehme ich auch den Spruch entgegen „Na, du musst ja Zeit haben“ (weil ich frisch koche). Aktuell kontere ich damit, dass ich sage „Ja, das ist die Zeit, die ihr vor der Glotze hängt und Traumschiff oder DSDS guckt.“ 😀

      Schön, dass sich hier mal eine Mama zu Wort meldet, die das so sieht wie ich 🙂

  5. Die liebe Zeit immer vorschieben. Ach nee, das liegt mir nicht.
    Es gibt so wunderbare Gericht, die mindestens genauso schnell zubereitet werden wie ein Fertiggericht (es sei denn man nimmt die Mikrowelle, aber für vier oder fünf Personen dauert es dort auch).
    Es muss ja auch bei der Pizza z. B. nicht immer der Hefeteig selbstgemacht werden. Was spricht dagegen einen fertigen HEfeteig aus dem Kühlregal zunehmen und diese dann frisch zu belegen. Geht mindestens genauso schnell, macht mehr Spaß und die Kinder fangen auch mal an etwas neues auszuprobieren. UND was vielleicht auch nicht zu verachten ist: man ist weniger, auf jeden Fall ist es bei uns so.
    Frisches Gemüse wird hier häufig verwendet, dass kostet sicherlich etwas Zeit, aber wenn man bedenkt, was man für Zeit fürs Fitnessstudio „opfert“, weil man die Kalorien des fertigessens wieder los werden will, dann schnippel ich doch lieber oder nehme TK-Gemüse, welches häufig sogar noch mehr Vitamine in sich hat (bei Spinat mache ich das übrigens meistens so).

    In diesem Jahr haben wir im neuen Garten sogar unsere eigenen Möhren gezogen. Lecker. Noch leckerer als jede Möhre, die ich gekauft habe.

    Was ich übrigens sehr sparsam verwende ist Vanille. Da ich weiß, dass in vielen Fertigprodukten, in Ketchup und in allem gebackenen eigentlich immer Vanille drin ist, da kommt es mir hoch. Warum immer der gleiche Geschmack? Wir verblöden noch. Schmecken können wir dank Fertiggerichte sowieso schon nicht mehr richtig. Geschmacksvielfalt – nee danke, heißt es doch meist. Schade, richtig schade ist das.

    Aber vor allem möchte ich meinen Kindern auch zeigen, dass es nicht zu jeder Jahreszeit alles gibt und nicht alles hier wächst. So wissen sie, dass es Kohl meist im Winter gibt, die Clementinen im Winter nicht aus Deutschland stammen können (Ist ja zu kalt) und im Sommer die Beeren Hochsaison haben und man damit ganz ganz tolle Dinge zaubern kann.

    und das nächste Experiment wird sein das Kakaopulver selbst zu machen – was ich den Kindern aber nicht verraten werde ansonsten sind sie zu skeptisch, die wollen übertrickst werden.

    Also lass dich in deinem Weg nicht beirren. Er ist richtig und wichtig. Und wenn man ein wenig plant, etwas Wissen über Kochzeiten inne hat und experimentierfreudig ist, dann lässt sich sehr viel Frisch kochen und wenn es nicht klappt, dann gibt es kleine Hilfsmittel wie TK-Gemüse oder doch mal die Dosenravioli. Von ab und zu goldenes M ernährt sich noch keiner ungesund, erst die Massen machen es.

    • (Joahr. Wenn man mich so liest, meint man: Gesund und unrund. Stimmt so auch nicht ganz *lach*)
      Echt? In vielen Fertigprodukten steckt Vanille? Das wusste ich nicht.
      Ich habe mir neulich Vanillesalz gemacht für Kurzgebratenes und Fleisch generell…
      Habe momentan aber auch echt ne Vanillephase und stehe auf Vanillepudding. Gab’s in 33 Jahren noch nie.

      Spinat gibt’s hier auch immer TK. Naja, fast immer. Wobei, so 2-3Mal in der Saison liefert mir der (Bio-)Bauer auch Spinat, aber beim ersten Mal ist er mir bitter geraten und seitdem bin ich da immer was skeptisch. Aber Rotkohl…aus dem TKfach oder Glas mag ich ihn nicht. Aber frisch gemacht…Ein Gedicht.

      Ich find’s so toll, dass du das deinen Kindern nahe bringst! Wirklich! Ich mag sowas. Wenn wir mal Kinder bekommen, möchte ich das auch so handhaben.
      Und sollte ich mal nen Garten haben, wird da auch so ein bisschen angebaut. Ich kenne das noch aus meiner Kindheit. Kartoffeln, Möhren, Erbsen, Bohnen, Salat, Kohlrabi und sowas gab’s aus dem Garten. Toll.

      Oh, wie machst du das Kakaopulver selber? Kinder müssen ja nicht alles wissen 😀

      Ich freue mich so sehr auf meinen nächsten Urlaub. Ich habe 4 Wochen frei und 1 Woche davon bin ich tagsüber recht viel allein, der Mann muss arbeiten. Da kann ich mich austoben. Jippieh!

      • Eigentlich ist das mit dem Kakaopulver gar nicht schwer. Backkakao plus Magermilchpulver plus Zucker. Nur die richtige Mischung macht es, da habe ich noch etwas Handlungsbedarf.
        Bei uns gibt es häufig TK-rotkohl, weil die Große sonst keinen mag, aber aus dem Glas mag ich ihn auch nicht.

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